Fechenheimer Anzeiger vom 23. März 2006

„In Holz geschnitten“

Heinrich-Kraft-Schüler stellen Arbeiten im GFFB-Stadtteilbüro aus


Fechenheim (kib). – Rausgehen aus der Institution „Schule“, hineingehen in den Stadtteil.


Das ist den elf an der Holzschnitt-AG teilnehmenden Schülern und Joachim Mennicken, dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft, gelungen. Mennicken, Schulkünstler an der Heinrich-Kraft-Schule (HKS) im Schuljahr 2003/2004, und seine Schüler stellen die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit – sowohl die älteren Datums als auch  neuere Arbeiten – in der Gemeinnützigen Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft (GFFB), besser bekannt als „Stadtteilbüro“ aus. Joachim Mennicken ist auch aktuell noch als Kunstpädagoge an der HKS tätig. Die erste Ausstellung außerhalb der Heinrich-Kraft-Schule wird in den beiden Räumen und im Schaufenster der Gesellschaft in Alt Fechenheim 81 präsentiert.

Der Holzschnitt ist eine alte Drucktechnik, die aber bis heute nichts von ihrem Reiz eingebüßt hat. In China wurden die ersten Farbdrucke bereits um 1000 nach Christus hergestellt. In Europa wurde die Technik erst im ausgehenden 14. Jahrhundert bekannt. Das verwendete Holz wird längs zur Faser geschnitten und dann mit den verschiedenen Werkzeugen, wie Sticheln, Stechbeiteln, Hohleisen und Konturenmessern bearbeitet. Das Prinzip ist ganz einfach: was gedruckt werden soll, bleibt stehen, was nicht gedruckt werden soll, muss weg.
„Holzschnittartig“ sagt man zu Dingen, die das Feine vermissen lassen. Was man jedoch alles mit der Technik des Holzschnittes ausdrücken kann, zeigen die Schüler dem Betrachter ihrer Arbeiten. Landschaften, Gesichter, Geheimnisvolles, Gefühle, Herzen in Flammen, Schmetterlinge, Bäume oder einen „Möchtegern“.
Zur Ausstellungseröffnung waren nicht nur die jungen Künstler und ihr Lehrer, sondern auch interessierte Menschen aus dem Stadtteil gekommen. Schulleiter Werner Schäfer war natürlich ebenso anwesend wie Jessica Jane Clotten, die Leiterin der GFFB, und der aktuelle Schulkünstler der HKS, Johannes Westenberger.
Da die Räumlichkeiten des Stadtteilbüros, wegen des Besucherandrangs, etwas zu eng geworden wären, sprang die gegenüberliegende Fahrschule „Casablanca“ in Nachbarschaftshilfe in die Bresche und stellte den entsprechenden Platz zur Verfügung.

Nicht alle der jugendlichen Kunstschaffenden konnten anwesend sein. Die anwesenden Schüler waren berechtigterweise stolz und freuten sich sichtlich über das Interesse, das ihnen und ihren Arbeiten reichlich entgegengebracht wurde. Andererseits war es ihnen fast schon peinlich, dass, wer ihre Kunst erwerben möchte, auch dafür bezahlen soll. Im Stadtteilbüro liegt eine Liste aus, auf der alle Bilder aufgeführt und mit Preisen versehen sind. Diese Kunstwerke sind zum Preis von 18 bis 23 Euro ohne Rahmen – mit Rahmen 5 Euro teurer – erhältlich. Die Hälfte des Erlöses fließt dem Förderverein der Heinrich-Kraft-Schule zu, der den Arbeitsgemeinschaften davon wiederum kostenlos Materialien zur Verfügung stellt.
Weitere Förderer der Ausstellung neben GFFB, Schule und Förderverein ist die „Galerie am Fachfeld“, ohne die die Ausstellung in dieser Form nicht möglich geworden wäre.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. April zu sehen. Öffnungszeiten sind mittwochs von 16 bis 18 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr.

Alle ausgestellten Arbeiten können vor Ort erworben werden.

Das GFFB-Stadtteilbüro hat für Informationen oder Beratungen montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.



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