Fechenheimer Anzeiger am 18.05.06

Gemeinsam an einem Tisch sitzen

Was Sozialpolitik vertagt, löst Fechenheim am „Runden Tisch“ – Vorstellung verschiedener neuer Projekte in Fechenheim


Fechenheim (mm). – 23 Teilnehmer am „Runden Tisch“ diskutierten vergange­nen Dienstag in der Heinrich-Kraft-Schule über Themen wie die Dietesheimer Straße, die Vorstellung des Projekts „Brot und Salz“, Probleme mit der Scateran­lage, diverse erfreuliche Schulprojekte, die Projektvorstellung des Kinder- und Jugendhauses Fechenheim, eine neue Aktion des Präventionsrates, nicht zu ver­gessen Finanzierungsfragen sowie schöne Aussichten auf bevorstehende Feste und Aktionen.


„Es ist gut, wenn wir alle an einem Tisch sitzen“ stellte die Sprecherin des Run­den Tischs, Margitta Vietsch, mit einer gewissen Erleichterung fest, nachdem schon eine Reihe Themen in Angriff genommen worden waren. Dabei hatte man für verschiedene Diskussionspunkte nicht immer den Schmusekurs gewählt, um zu einem Ergebnis zu kommen. Das wäre vor dem Hintergrund der Vielfalt der Konfliktstoffe auch gar nicht möglich und der Sache nicht dienlich.

Hohe Akzeptanz und Kompetenz
Der „Runde Tisch“, der im Jahre 1999 aufgrund von Beschwerden aus der Bevöl­kerung über Jugendliche im Stadtteil Fechenheim ins Leben gerufen wurde, hat sich durch seine Umsicht und seinen Biss, wenn es nötig war, hohe Akzeptanz und Kompetenz erworben. Nicht verwunderlich, dass am zurückliegenden Diens­tag auch wieder Politiker aus dem Ortsbeirat 11 zur Sitzung gekommen waren. So konnte Margitta Vietsch die Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat 11, Christel Ebisch begrüßen. Die SPD-Fraktion war mit der Sozialbezirksvorsteherin Magdalene-Margot Grana vertreten. Mit dabei auch Ingrid Alimbertis von der Ge­schäftstelle des Präventionsrates Frankfurt am Main. Alimbertis nutzte die Gele­genheit, um die „Helfer Card“, eine aktuelle Kampagne in Zusammenarbeit mit der FIFA, vorzustellen. Vom Fechenheimer Anzeiger bereits vorgestellt worden ist das Projekt „Brot und Salz“. Jessica Jane Clotten von der GFFB, Stadtteilbüro Fechenheim, holte etwas weiter aus, und stellte den Anwesenden das neue Pro­jekt mit Hilfe von umfangreichem Informations- und Pressematerial vor: das Projekt hat zum Ziel, in Not geratene Menschen mit Lebensmitteln unter die Arme zu greifen. Am morgigen Freitag, 19. Mai, wird  mit der Ausgabe von Es­senpaketen zum symbolischen Preis von einem Euro pro Paket begonnen. Die Essenpakete enthalten Nahrungsmittel wie Brot, Gemüse, Konserven und Milch­produkte. Die Verteilung erfolgt zwei Mal pro Woche. Freitags in der Beratungs­stelle von 12 bis 14 Uhr und Mittwochs im CZF von 16 bis 18 Uhr. Eine Zusam­menarbeit mit der Frankfurter Tafel wurde bereits vereinbart.

Unter Punkt Top drei der Tagesordnung wurde das Thema Dietesheimer Straße erneut diskutiert, wobei man in der Runde auf drei erfolgreiche Arbeitsjahre zu­rückschauen konnte.So wurden durch maßgeschneiderte Themenprojekte schwierige Konfliktlagen entschärft und zu Eigeninitiative motiviert. Man gab den Betroffenen und den Politikern im Römer zu erkennen, dass die Dietesheimer Straße zwar eine Sackgasse ist, aber keineswegs eine des menschlichen Zu­sammenlebens. Dass es dennoch weiter viel zu tun gibt, wurde von keinem der Teilnehmer bestritten.

Viel zu tun gibt es auch im JUZ Fechenheim-Nord. Hier hegt man schon lange Umzugspläne. Die Borsigallee, dass wissen auch die Verantwortlichen des Jugend­amtes, ist passe. Sozialarbeiter Günter Hinz trug vor, dass man mit dem ehema­ligen Vereinsheim von Fechenheim 03 einen adäquaten Ersatz gefunden habe. Doch das Jugendamt ließ die Kosten quasi vom Grünen Tisch schätzen und war dann von der Summe von 25000 Euro, die für die Umbauarbeiten angeblich nö­tig seien, selbst erschrocken. Seitdem werde geblockt, vermutet Hinz.

Schlechte Nachrichten auch vom Magistrat der Stadt Frankfurt. Betroffen ist in diesem Falle die Heinrich-Kraft-Schule. Der Antrag des Ortsbeirates an das Stadtparlament auf Wandlung in eine Intergrierte Gesamtschule war vom Kul­tusministerium abgeschmettert worden. Der Grund ist immer der Gleiche: Die Stadt habe es versäumt, den Schulentwicklungsplan 2007 einzureichen. Seitdem schieben sich das Dezernat Jutta Ebelings (Grüne) und die Verantwortlichen in Wiesbaden die Bälle hin und her. Wie der pädagogische Leiter der Schule, Dr. Heinz Wehner, feststellte, wird der Magistrat gegen den Bescheid des Kultusmi­nisteriums Rechtsmittel einlegen. Vielleicht nutzt man das Schulfest am 1. Juli auch dazu, die Damen und Herren am Grünen Tisch ein wenig in Bewegung zu bringen. In Bewegung ist auch die Scateranlage im Heinrich-Kraft-Park. Thorsten Biehl von der „Stahl-Frese“ beklagte ständige Diebstähle und Beschädigungen. Auch bedürfe die gesamte Anlage einer Aufbesserung, sonst falle sie irgendwann einmal auseinander. Biehls Hoffnung geht auch in Richtung Sportkreis Frankfurt mit dessen Vorsitzenden Roland Frischkorn. Das könnte funktionieren! Ob die Gelder, die der Rund Tisch beantragt  hat, bewilligt werden, wusste auch Maritta Vietsch noch nicht zu sagen. Man  stehe mit dem IB in Kontakt. Dass man dem HR-Fernsehen raten will, endlich einmal die Themen des „RundenTischs“ zum Thema der Sendung Stadtgespräch zu machen, fand übrigens spontane Zustim­mung.

Fest steht: Am 10. Juni findet in Fechenheim-Nord , Biersteiner Straße von 10 bis 18 Uhr ein Stadtteilfest statt. Am 1. Juni, 18 Uhr eröffnet die Austellung “Mit Tusche und Rohrfeder“ in den Räumen des Stadtteilbüros Fechenheim  der GFFB, Alt Fechenheim 81. Zu sehen sind Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern der Heinrich-Kraft-Schule, die in der Schulkünstler-AG Zeichnen mit Tusche und Rohrfeder und an Projekttagen entstanden sind.



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