24. 05. 2006

Soziales Engagement macht satt

Lebensmittelausgabe im Rahmen des Projekts „Brot und Salz“ ist erfolgreich gestartet


Fechenheim (mim). – Vergangenen Freitagmittag startete in den Räu­men des Sozialrathauses, Alt Fechenheim 62  die Lebensmittelvergabe an bedürftige Menschen.
Träger des Projekts „Brot und Salz“ ist das Christliche Zentrum Frankfurt (CZF). Mit Hilfe des Stadtteilbüros der GFFB und des Sozialbezirksvorstehers Günther Ebisch (CDU) konnten die ersten Lebensmittelpakete am vergangenen Freitag übergeben werden. Der Zulauf war rege. Entgegen der zuvor gemachten Zusage, sahen sich die Verantwortlichen beim Start des Projekts aus steuerrechtlichen Gründen allerdings gezwungen, die Bedürftigkeit der Empfänger der Pa­kete doch zu überprüfen.


Die Armut in unserem Land lebt nicht nur im Schatten der Anonymität, sie zeigt sich seit geraumer Zeit auch in Form bedürftiger Menschen, die, wie man nach dem Kriege sagte „das Brot nicht übernacht haben“. Diese Menschen, die in der Mehrzahl sicher unverschuldet am unteren Ende der sozialen Stufenleiter stehen, sind ein Schandmahl einer Ellenbogengesellschaft, die sich am Börsenbarometer orientiert.
Man sieht diese Menschen seit langem schon in verschiedenen Stadtteilen Frankfurts an Essensausgaben Schlange stehen. Am vergangenen Freitag sah man sie zum ersten Mal auch in Fechenheim vor den Räumen des Sozialrathau­ses, Alt Fechenheim 62 und das ist gut so! Finanziert durch das CZF, realisiert mit dem im Jahre 1999 gegründeten GFFB, die Langzeitarbeitslose vermittelt, wurde nun eine karitative Idee Wirklichkeit, die sozialen Notstand nicht ver­drängt, sondern sich kümmert.

„Brot und Salz“, die Lebensmittelausgabe in Fechenheim wird nun ein fester Be­standteil im sozialen Miteinander im Stadtteil sein. Jeden Mittwoch (Salzschlirfer Straße 15, 16 bis 18 Uhr) und jeden Freitag  in Alt-Fechenheim 62 (12 bis 14 Uhr) ist Essensausgabe. Die prall mit Lebensmittel gefüllten, äußerlich unschein­baren Plastiktüten wurden vor der Premiere angeliefert. Dass das so reibungslos funktioniert hat, machte Jessica Jane Clotten von der GFFB überglücklich.
Auch die Projekt-Verantwortliche der Gemeindeleitung des CZF, Inge Wüstenfeld, war zufrieden über den Start und fing ein aufmunterndes Lächeln des Sozialbe­zirksvorstehers Günter Ebisch auf. Denn an ihr lag es nochmals zu erklären, dass man es zwar bedauere, die Bedürftigkeit der Lebensmittelpaket-Empfänger nun doch überprüfen zu müssen. Jedoch wollten die Firmen – das sind Supermärkte, Bäckereien  und andere Spender – welche die Lebensmittel zur Verfügung stell­ten, ganz einfach sicher sein, dass die Ware wirklich dort ankomme, wo sie be­nötigt werde. Dennoch wurden beim ersten Mal beide Augen zugedrückt. „Wir schicken niemanden ohne etwas nach Hause“, versicherte Jessica Jane Clotten von der GFFB. Nicht wenige, die gekommen waren, ihr Lebensmittelpaket für den symbolischen Preis von einem Euro in Empfang zu nehmen, hatten tatsächlich ihren Frankfurt-Pass vergessen beziehungsweise hatten entsprechenden Veröf­fentlichungen entnommen, dass es keine Überprüfung gebe. Grundsätzlich sollte man sich jedoch darauf einstellen, dass man nach seinem Frankfurt-Pass, Sozial­schein oder ALG-Bescheid gefragt wird.

Ein anderes Problem wirft die begrenzte Dauer der Schirmherrschaft durch das CZF auf. Zwar versichert man von Seiten der Gemeindeleitung, dass die Hilfe nicht einfach eingestellt werde, doch die Trägerschaft für das Projekt  „Brot und Salz“ sei zunächst auf die Dauer eines Monats begrenzt. Darum geht die drin­gende Bitte beider Institutionen an alle Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Konzerne, zu spenden. „Jeder Euro zählt“, sagt Jessica Jane Clotten vom GFFB beim Start am vergangenen Freitag.

Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0 69) 9 41 48 00 oder unter (0 69) 4 26 01 76 – 0. Spendenkonto: Christliches Zentrum Frankfurt, Evangeli­sche Kreditgenossenschaft, BLZ: 520 604 10, Konto-Nr.: 10 400 33 22.


 

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