ECKENHEIM. Bei der CDU geht es im Sinne der politischen Gesinnung ganz
korrekt zu: „Schwarzbier, politisch korrekt gebraut.“ So steht’s auf
einem Schild neben den Holzbänken am Stand der Konservativen. Eine
ältere Dame hat dort Platz genommen und trinkt das dunkle Gebräu
mit sichtlichem Genuss – wenn auch alleine.
Denn der Andrang ließ bei der 15. Auflage des Straßenfestes auf der
Eckenheimer Landstraße einiges zu wünschen übrig. „Angesichts des
Wetters der letzten Tage sind wir froh, dass es den Tag über bis jetzt
wenigstens trocken geblieben ist“, sagte Ursula Plahusch, Vorsitzende
des Vereinsrings Preungesheim/Eckenheim, der das Straßenfest
ausgerichtet hat. Die nur mäßige Besucherzahl von rund 300 Besuchern
führte sie auch auf den eh verkaufsoffenen Samstag und die Absage des
mitgliederstarken Vereins TSC Schwarz-Gold zurück, der wegen
Krankheitsfällen nicht mehr bei der Vorbereitung des Festes
mithelfen konnte. Zudem seien alle Vereine beider Stadtteile mit dem
Begrüßungsfest für Neubürger Anfang Mai stark in Anspruch genommen
worden, so dass jetzt bei vielen „die Luft raus“ sei.
Dennoch ließ sich das Angebot auf dem Straßenfest sehen. Neben Losen
für die „garantiert nietenfreie“ Tombola der Familie Möller zu Gunsten
krebskranker Kinder, für die die Möllers Sachspenden im Wert von rund
4000 Euro gesammelt hatten, gab es auch Bier beim Stand der SV Viktoria
Preußen und Info-Material vom Frankfurter Verband über die
Nachbarschaftszentrale Nord-Ost und das Sozialzentrum Marbachweg. Auch
das neue Mitglied des Vereinsrings, der VdK Eckenheim, stellte sich bei
der Gelegenheit interessierten Bürgern vor. Kinder konnten sich am
Schminktisch und auf der Rollenrutsche vom Jugendhaus Eckenheim
austoben. Die Musik kam von den Karnevalsvereinen „Die Krätscher“
und „Die Fidelen Eckenheimer“. Erstmals dabei war das
Stadtteilbüro Eckenheim der Beschäftigungsgesellschaft GFFB. Seit
Anfang März bietet die GFFB unter der Trägerschaft der Stadt und des
Rhein-Main Jobcenters Langzeitarbeitslosen vor Ort Informationen über
Arbeitsmöglichkeiten an.
Die offizielle Eröffnung der Eckenheimer Filiale ist für Juni geplant.
„Unser Ziel ist es, die soziale Infrastruktur im Stadtteil zu
verbessern“, sagte Annemie Pauli, Projektkoordinatorin der GFFB im
Stadtteil. Um dieses Ziel zu erreichen plane das Büro beispielweise
einen Hol- und Bringdienst für hilfsbedürftige Menschen und
recherchiere in den Medien nach Stellen. „Wir wollen dort einspringen,
wo die Pflegedienste nicht greifen“, so Pauli.
PHILIPP SCHLÄGER