Frankfurter Rundschau vom 29.05.06

Auch ein kleines Fest zieht seine Besucher an

Mäßiger Andrang beim Straßenfest „Ecken-Line“ – gelungen ist es trotzdem wieder


Der Andrang war nicht groß beim Eckenheimer Straßenfest „Ecken-Line“. Unter dem Motto „Das Beste im Norden“ präsentierten sich am Samstag auf der Eckenheimer Landstraße ungebrochen aktiv Vereine, Initiativen und Gewerbe.


ECKENHEIM. Bei der CDU geht es im Sinne der politischen Gesinnung ganz korrekt zu: „Schwarzbier, politisch korrekt gebraut.“ So steht’s auf einem Schild neben den Holzbänken am Stand der Konservativen. Eine ältere Dame hat dort Platz genommen und trinkt das dunkle Gebräu mit sichtlichem Genuss – wenn auch alleine.

Denn der Andrang ließ bei der 15. Auflage des Straßenfestes auf der Eckenheimer Landstraße einiges zu wünschen übrig. „Angesichts des Wetters der letzten Tage sind wir froh, dass es den Tag über bis jetzt wenigstens trocken geblieben ist“, sagte Ursula Plahusch, Vorsitzende des Vereinsrings Preungesheim/Eckenheim, der das Straßenfest ausgerichtet hat. Die nur mäßige Besucherzahl von rund 300 Besuchern führte sie auch auf den eh verkaufsoffenen Samstag und die Absage des mitgliederstarken Vereins TSC Schwarz-Gold zurück, der wegen Krankheitsfällen nicht mehr bei der Vorbereitung des Festes mithelfen konnte. Zudem seien alle Vereine beider Stadtteile mit dem Begrüßungsfest für Neubürger Anfang Mai stark in Anspruch genommen worden, so dass jetzt bei vielen „die Luft raus“ sei.

Dennoch ließ sich das Angebot auf dem Straßenfest sehen. Neben Losen für die „garantiert nietenfreie“ Tombola der Familie Möller zu Gunsten krebskranker Kinder, für die die Möllers Sachspenden im Wert von rund 4000 Euro gesammelt hatten, gab es auch Bier beim Stand der SV Viktoria Preußen und Info-Material vom Frankfurter Verband über die Nachbarschaftszentrale Nord-Ost und das Sozialzentrum Marbachweg. Auch das neue Mitglied des Vereinsrings, der VdK Eckenheim, stellte sich bei der Gelegenheit interessierten Bürgern vor. Kinder konnten sich am Schminktisch und auf der Rollenrutsche vom Jugendhaus Eckenheim austoben. Die Musik kam von den Karnevalsvereinen „Die Krätscher“ und  „Die Fidelen Eckenheimer“. Erstmals dabei war das Stadtteilbüro Eckenheim der Beschäftigungsgesellschaft GFFB. Seit Anfang März bietet die GFFB unter der Trägerschaft der Stadt und des Rhein-Main Jobcenters Langzeitarbeitslosen vor Ort Informationen über Arbeitsmöglichkeiten an.

Die offizielle Eröffnung der Eckenheimer Filiale ist für Juni geplant. „Unser Ziel ist es, die soziale Infrastruktur im Stadtteil zu verbessern“, sagte Annemie Pauli, Projektkoordinatorin der GFFB im Stadtteil. Um dieses Ziel zu erreichen plane das Büro beispielweise einen Hol- und Bringdienst für hilfsbedürftige Menschen und recherchiere in den Medien nach Stellen. „Wir wollen dort einspringen, wo die Pflegedienste nicht greifen“, so Pauli.

PHILIPP SCHLÄGER
 


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