Frankfurter Neue Presse vom 03.06.2006
Heinrich-Kraft-Schüler malten fürs Stadtteilbüro
Fechenheim: „Wenn ich erwachsen bin, werde ich mal ein großer Maler“,
sagt Steven Takke. Der Elfjährige deutet stolz auf sein erstes Werk,
das in der Öffentlichkeit ausgestellt wird: Es zeigt einen Bären, den
er aus einer Zeitung abgemalt hat. Mit viel Gefühl und hohem
zeichnerischem Können hat er das Tier mit Tusche und Feder zu Papier
gebracht. Steven ist der jüngste von 20 Schülern zwischen elf und 16
Jahren der Heinrich-Kraft-Schule, deren Bilder unter dem Titel „Mit
Tusche und Rohrfeder“ nun im Stadtteilbüro Fechenheim GFFB ausgestellt
werden.
Entstanden sind die Zeichnungen beim Kunstprojekt, das von Johannes
Westenberger geleitet wird. Der Maler und Kunstpädagoge war in den
vergangenen beiden Jahren als Schulkünstler an der Fechenheimer
Gesamtschule tätig. In dieser Zeit hat er mit AG und Projekttagen die
Schüler an das Thema Zeichnen mit der Feder herangeführt.
„Beim Schulkünstler-Projekt lernen die Schüler Künstler hautnah kennen
und bekommen Einblicke in deren Arbeit“, erklärt Direktor Werner
Schäfer.
„Diese sind aufgefordert, während ihrer Arbeit mit den
Schülern Spuren des Künstlerischen Schaffens zu hinterlassen – in
diesem Fall ist eine Ausstellung bei dem Projekt herausgekommen.“
Es sei gar nicht so leicht gewesen, aus den fast 100 Zeichnungen 20 für
die Ausstellung auszuwählen, sagt Westenberger. „Ich war überrascht,
wie viel Interesse gerade die Jüngeren für das Zeichnen aufgebracht
haben.“ Konkrete Vorgaben, was zu malen sei, habe er nicht gegeben. So
sind unterschiedliche Zeichnungen, wie Landschaften, Figuren,
Tierbilder oder Fantasiebilder entstanden. Die Arbeit mit den Schülern
bezeichnet er als „elementare und wertvolle Erfahrung“ – auch für seine
eigene künstlerische Tätigkeit. „So locker und spontan, wie die
Jugendlichen an ihre Malerei herangegangen sind, ist man als
Erwachsener häufig nicht mehr.“ Anderen Menschen die Malerei näher zu
bringen, bezeichnet der 55-jährige Kunstpädagoge als sein
Hauptanliegen. Er leitet die Zeichenschule Oberursel und engagiert sich
in der Jugendkunstschule Hanau.
Die Werke der Fechenheimer Jugendlichen kamen beim Publikum gut an.
Schon eine Stunde nach Ausstellungseröffnung waren mehr als die Hälfte
der Zeichnungen verkauft. Die Hälfte des Erlöses geht an die kleinen
Künstler, mit der anderen will der Förderverein der Schule Kunstmaterial
anschaffen. (bkl)
Die Ausstellung läuft bis zum 25. August. Die Öffnungszeiten in
Alt-Fechenheim 81: montags bis donnerstags von 9 bis 17,
freitags bis 14 Uhr