Frankfurter Neue Presse vom 21.06.06
Neue Anlaufstelle für Arbeitslose
Eckenheim. Arbeitslosen Menschen auf ihrem Weg zurück ins Berufsleben
zu helfen ist das Hauptziel des neuen Stadtteilbüros „Jobs@Eckenheim“,
das die GFFB - früher „Gemeinnützige Frankfurter
Frauen-Beschäftigungsgesellschaft“ – als drittes seiner Art in
Eckenheim offiziell eröffnet hat. Das Büro soll im Auftrag des
Rhein-Main Jobcenters gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten in Eckenheim
und dem Frankfurter Norden schaffen, über die vor allem
Arbeitslosengeld-II-Empfänger wieder für eine feste Arbeitsstelle
qualifiziert werden sollen.
Allein im Stadtteilbüro, das Annemie Pauli als Projektkoordinatorin
leitet, seien fünf neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen worden. An
vier Computerarbeitsplätzen sammeln die Frauen Informationen über
Eckenheim. „Eine sucht im Internet nach Vereinen und Institutionen, die
wir ansprechen können. Eine andere sucht nach Stellenangeboten, die wir
im Fenster zur Straße hin aushängen“, erklärt Pauli. Über die Computer
hätten die Frauen schnellen Zugriff auf offene Stellen. Auch ihre
Bewerbungen in eigener Sache könnten sie – mit Hilfe von Frau Pauli –
schreiben.
Eine der fünf Frauen ist Christel Gebser (55).
Die Sekretärin arbeitete länger als 30 Jahre in ihrem Beruf, jahrelang
als Sekretärin der Geschäftsführung. Vor einem Jahr kam sie –
inzwischen arbeitslos – nach Frankfurt. Die neun Monate im
Stadtteilbüro sieht sie als Chance, einen neuen Job zu finden. „Ich
arbeite auch hier als Sekretärin, nehme Anrufe entgegen, organisiere
Termine.“ Dabei könne sie sich mit den neuesten Computerprogrammen
vertraut machen, einen Kurs in Wirtschaftsenglisch belegen und sich
schnell auf freie Stellen bewerben. In ein paar Tagen habe sie ein
Vorstellungsgespräch. „Vielleicht klappt es mit einer Festanstellung“,
ist Gebser optimistisch.
„Wir haben gemerkt: Hier sind wir näher am
Stadtteil, näher an den Klienten als in einem zentralen Büro in der
Innenstadt“, erklärt GFFB-Projektmanager Joachim Steinacker. Von dem
Büro in der Eckenheimer Landstraße 461 könnten die Mitarbeiter besser
Kontakt zu Institutionen halten, um gemeinsam Projekte ins Leben rufen,
um Arbeitslose für eine erfolgreiche Stellensuche fit zu machen.
„Wir suchen im Stadtteil nach Aufgaben, die dem
Gemeinwohl dienen“, sagt Pauli und meint die so genannten 1-Euro-Jobs.
Etwa bei Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen. Bisher sei es
gelungen, 19 Arbeitslose in solche Arbeitsgelegenheiten zu vermitteln.
Einige Klienten hätten darüber bereits feste Stellen gefunden.
Arbeitslose aus dem Frankfurter Norden könnten
im Büro auch um Hilfe anfragen. Neben Stellenangeboten sammle das Büro
Adressen von Arbeitgebern wie auch Arbeitssuchenden. „Wenn man die
Menschen und die Firmen kennt, kann man schauen: Welcher Job ist für
wen geeignet? Wer passt auf diese Stelle?“ Neue Projekte, mit denen
zusätzliche Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden könnten, gebe es in
Eckenheim noch nicht, sagt Gebser. Erste Gespräche habe sie mit der
Nazarethgemeinde, dem Vereinsring, dem Frankfurter Verband und
Mitgliedern des Ostsbeirats geführt. „Es ist einfacher, zunächst an die
großen Institutionen heranzutreten.“ Als nächstes plane sie, die
Vereine anzusprechen. (hau)
Das Stadtteilbüro, Eckenheimer Landstraße 461, ist montags bis freitags
von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Telefonnummer ist 9 54 11 87 80.