Auszug aus: "evangelisches eckenheim" (Zeitschrift)

jobs@eckenheim: Das Stadtteilbüro der GFFB

Aus Eckenheim


Der Weg von der Arbeitnehmertätigkeit in die Langzeitarbeitslosigkeit kann, angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt, schneller kommen, als es den meisten lieb ist. Durch die jüngsten Arbeitsmarktreformen ist dies sogar noch beschleunigt worden. Nach den so genannten Hartz-Reformen gilt heute: Wer länger als 12 Monate ohne Arbeit ist, ist langzeitarbeitslos und erhält das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als „Hartz IV“. Diese Menschen wieder in Arbeit zu bringen und auf ihrem Weg  zurück ins geregelte Erwerbsleben zu unterstützen, hat sich die GFFB als Hauptziel gesetzt.


Seit März 2006 ist die GFFB mit einem Stadtteilbüro auch in Eckenheim vertreten. Die GFFB wurde 1994 ursprünglich als „Gemeinnützige Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft“ gegründet. Das damalige Ziel, Frauen den Weg ins Erwerbsleben zu erleichtern, hat sich dahingehend gewandelt, dass heute zur Zielgruppe sowohl Männer als auch Frauen gehören. Geblieben ist nur der Name, der nur noch in der Abkürzung GFFB in Gebrauch ist. Ausgehend von der Unternehmenszentrale der GFFB in der Elbinger Straße, nahe dem Industriehof, wurden in den letzten zwei Jahren drei Stadtteilbüros eröffnet. Das erste wurde in Bockenheim eingerichtet, danach folgte eines in Fechenheim und seit kurzem gibt  es die Dependance in der Eckenheimer Landstraße 461 in den Räumen der früheren „Geschenktruhe“. Die Wahl auf Eckenheim als Standort für das dritte Stadtteilbüro fiel aufgrund des alten, gewachsenen Ortskernes. Eckenheim ist ein Stadtteil mit festen sozialen Strukturen, einer gut durchmischten Bevölkerung und besitzt einen fast als „dörflich“ zu bezeichnenden Charakter.

Mit der Einrichtung der Stadtteilbüros möchte die GFFB die betreffenden Stadtteile aktiv unterstützen und sie damit auch für die Bürger attraktiver machen. Der Beitrag der GFFB zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil besteht darin, dass zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten, gerade für Langzeitarbeitslose, gefunden werden, auch im betreffenden Stadtteil oder aber in dessen näheren Umgebung. Dazu knüpft die GFFB frühzeitig Kontakte zu Firmen, Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und Kirchen, um dort die Möglichkeit zusätzlicher Beschäftigungen auszuloten. Diese zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten sind in den Medien unter dem abwertenden Begriff „1-Euro-Jobs“ bekannt geworden. Es handelt sich dabei vor allem um zusätzliche Arbeit. Da diese Zusatzjobs nicht bereits bestehende Arbeitsplätze ersetzen dürfen, finden sie sich im sozialen und gemeinnützigen Bereich. So ist beispielweise geplant, durch einen Einkaufsservice Hilfestellung für den Alltag von Senioren zu bieten.

Die GFFB versteht sich jedoch nicht als Arbeitsvermittlung und möchte daher auch die Funktion der Agentur für Arbeit nicht übernehmen. Es kommen aber immer wieder Menschen im Büro vorbei und fragen nach einer Arbeitsgelegenheit. Im Stadtteilbüro Eckenheim sind sechs Mitarbeiter, die zumeist halbtags arbeiten, damit beschäftigt, Stellen zu recherchieren und Kontakte zu pflegen. Das Ziel für die langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger ist selbstverständlich der erste Arbeitsmarkt. Trotz der schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt sind die GFFB-MitarbeiterInnen zuversichtlich. Nach Auskunft der Eckenheimer Projektkoordinatorin, Annemie Pauli, bestehen schon Kontakte zu Firmen in Eckenheim und Umgebung, und man erhofft durch Praktika Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Im Jahr 2005 konnte die GFFB in Frankfurt eine Vermittlungsquote von 30% erzielen, eine Quote, die Hoffnung macht.

Auftraggeber der GFFB sind die Stadt Frankfurt am Main, die Agentur für Arbeit und das Rhein-Main Jobcenter [...] In der Unternehmenszentrale (der GFFB) in der Elbinger Straße erhalten die ALG-II-Bezieher dann eine Informationsveranstaltung, auf der auf verschiedene Arbeitsmöglichkeiten z.B. im sozialen Bereich, im Hausmeisterservice oder in einem Büro hingewiesen werden. Die Stadtteilbüros vermitteln dann diese Zusatzjobs bei Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und kirchlichen Organisationen. Auch hier greift die GFFB weiterhin unterstützend ein, in dem sie die Verwaltung dieser Arbeitnehmer übernimmt, gleichsam einer Personalabteilung.
Michael Peiter


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