Frankfurter Neue Presse vom 16.03.07
Helfende Hand beim Einkauf
Stadtteilbüro bietet kostenlosen Service für Senioren in Eckenheim an
Eckenheim. Einen Einkaufsservice bietet jetzt das Stadtteilbüro an, das die GFFB seit einem Jahr in der Eckenheimer Landstraße 461 betreibt. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die 1994 als "Gemeinnützige Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft" gegründete Organisation, die langzeitarbeitslosen Frauen und mittlerweile auch Männern im Auftrag des Rhein-Main Jobcenters gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten vermittelt. Der kostenlose Einkaufsservice richtet sich an Menschen ab 65 Jahren oder an solche, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Es besteht die Möglichkeit, sich den Einkauf erledigen oder sich bei einem Arzt- oder Behördenbesuch begleiten zu lassen. "Manche sind misstrauisch über das Angebot", sagte Projektkoordinatorin Annemie Pauli. Das liege aber wohl schlichtweg daran, dass es kostenlos sei. Der Einkaufsservice wird getragen von langzeitsarbeitslosen Männern und Frauen, die unter der Betreuung der GFFB versuchen, sich über einen Zeitraum von neun Monaten für den erneuten Einstieg ins Berufsleben fit zu machen. Annemie Pauli legt Wert auf die Feststellung, dass sich das Angebot von den kostenpflichtigen ambulanten Diensten abgrenzt. " Die Begleiter gehen nicht in die Wohnungen der Senioren rein." An der Türschwelle sei für sie der Auftrag erledigt. "Damit schützen wir sowohl unsere Kunden als auch unsere Mitarbeiter." So könnten Verdächtigungen gar nicht erst aufkommen. Die Mitarbeiter des Einkaufsservice dürfen zudem weder Trinkgeld noch Sachleistungen annehmen. Wenn sie sich allein um den Einkauf kümmern, müssen sie sich sowohl das ausgehändigte Bargeld als auch die Abgabe der Waren quittieren lassen. Wer einen Begleiter anfordert, bekommt dessen Namen vorab mitgeteilt, derjenige kann sich zudem ausweisen. Stellt die GFFB den Einkaufstrolley, so trägt auch dieser das Logo des Unternehmens. Die Mitarbeiter sind zudem mit Handy ausgestattet. "So können sich beide Seiten kurzschließen, wenn es kurzfristig Fragen gibt", erläutert Annemie Pauli, die als einzige fest angestellt ist in der Eckenheimer Geschäftsstelle der GFFB. Der Service ist im Großen und Ganzen beschränkt auf das Gebiet Eckenheims. "Und wir helfen nur bei den Besorgungen der Dinge des täglichen Lebens." Aber natürlich lohne es sich im Einzelfall immer, mal anzufragen. Für Margarete Brügel hat sich das Fragen schon gelohnt. Die 90-jährige lebt seit 1963 in Eckenheim und wollte wissen, was sich Neues hinter den Scheiben des einstigen Geschenkeladens verbirgt. Kurzerhand trat sie ein und was sie über den Einkaufsservice zu hören bekam, gefiel ihr. Einmal wöchentlich lässt sie sich seitdem beim Einkauf begleiten. Sie könne die Warenpreise nur noch schlecht sehen und zudem sei sie froh, dass sie Hilfe bekomme, wenn sie ihren Einkaufswagen über die holprige Barchfeldstraße ziehen müsse.
Frau Brügel ist eine von mittlerweile sechs Stammkunden der GFFB, die den Service in Anspruch nehmen. Annemie Pauli präsentiert ein Dankesschreiben einer anderen Kundin. Diese bezeichnet das neue Angebot als "kleinen Lottogewinn".
Infos zum Einkaufsservice gibt es bei der GFFB unter Telefon 954 11 87 80.