Frankfurter Rundschau vom 2. April 2007
Eckenheim. Seit einem Jahr gibt es nun das Stadtteilbüro des GFFB in der Eckenheimer Landstraße 461. Hier helfen Projektkoordinatorin Annemie Pauli und ihr Team allen Langzeitarbeitslosen Männern und Frauen beim Wiedereinstieg in ein geregeltes Arbeitsleben. Gefeiert wurde das kleine Jubiläum jetzt mit einer Vernissage mit Bildern der Künstlerin Johanna Maria Fischer.
„Seit drei Jahren male ich wieder intensiv“, sagt Frau Fischer, die in München und Berlin Kunst studiert hat. Als Bühnen- und Kostümbildnerin leitet sie die Bühnenbildwerkstatt der Städtischen Bühnen Frankfurt. „Ich male vor allem den Blick nach oben. Daher der Titel der Ausstellung: „Himmelwärts’. „Nach hinten zu schauen, bringe nichts. Immer nur nach vorne sehen, sein einseitig. Man sollte mal den Blick nach oben richten, wo die Träume sind.“
Auf vielen ihrer Bilder seien daher Pflanzen oder Zweige vor blauem Himmel zu sehen. „Die Verbindung zur Erde, auf der man steht, haben die Bilder durch die Pflanzen. „Die Natur sei faszinierend, weil sie die Lebenszyklen symbolisiere. Nichts bleibe, wie es ist. Immer habe sie einen Garten gehabt, selbst in der Großstadt. „Ein Leben ohne die Natur kann ich mir nicht vorstellen. Erst recht im Frühling, wenn das Gras sprießt und die Narzissen blühen.“ Das blühende Leben sehe sie auch im Stadtteilbüro Eckenheim, zu dessen Feier sie die Ausstellung mit 18 Bildern zusammengestellt hat. „Es ist toll, dass hier Langzeitarbeitslose wieder eine Perspektive bekommen, statt in Depression zu verfallen.“
„Angefangen haben wir hier bei Null. Wir mussten erst einmal Reparaturen machen, die Räume neu einrichten“, erinnert sich Frau Pauli. Ziel des Stadtteilbüros sei es, Langzeitarbeitslose in eine qualifizierende Beschäftigung zu vermitteln, durch die sie sich für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren.
„Angefangen haben wir mit drei Langzeitarbeitslosen, die wir hier im Stadtteilbüro beschäftigten“, sagt Frau Pauli. Die Damen übernahmen das Sekretariat, Telefondienst und die Suche nach neuen Jobs im Internet. „Erst einmal mussten wir uns im Stadtteil bekannt machen, um Kooperationspartner zu finden. „ Die Qualifizierung laufe in Form von gemeinnütziger Arbeit in Einrichtungen und Vereinen im Stadtteil.
„Inzwischen haben wir 50 Menschen in eine qualifizierende Beschäftigung bei 25 Partnern vermittelt“, freut sich Frau Pauli. Die größten Partner seien der Frankfurter Verband und das Haus Aja Textor-Goethe in der Hügelstraße, bei denen 15 Langzeitarbeitslose beschäftigt seien. Andere seien an Vereine oder soziale Einrichtungen wie Krabbelstuben vermittelt worden. „Einige haben den Absprung in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung im ersten Arbeitsmarkt geschafft.“ Wie eine der Frauen, die im Stadtteilbüro angestellt sind. „ Sie ist bei unserer Feier zum letzten Mal hier und arbeitet künftig als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei.“
Das zweite Standbein sei der neue Einkaufsservice für ältere Menschen, den das Stadtteilbüro kostenlos anbiete. „ Die Zahl unserer Stammkunden beläuft sich bereits auf zehn Personen.“ Inzwischen sei die Zahl der im Stadtteilbüro beschäftigten Langzeitarbeitslosen von drei auf neun gestiegen. „Sie kümmern sich um das Sekretariat, die Jobrecherche, erstellen den im Schaufenster aushängenden Kultur-Newsletter mit kostenlosen oder preiswerten Veranstaltungen rund um Eckenheim und bieten Einkaufsservice.“
Bereits zur Eröffnung waren im Stadtteilbüro Bilder von Silke Natschke zu sehen. Danach zeigte Fotograf Jürgen Adam Schwarzweiss- und Farbaufnahmen von Frankfurt. Im Mai folgt eine Ausstellung mit Bildern von Jugendlichen des Vereins Deutsche Jugend aus Russland. (hau)