01.10.2008

Schulassistenten betreuen die Kinder

Eingesetzt als Zusatzjobber im Auftrag der Arge / Dürerschule ist sehr zufrieden


Von Dieter Ackermann-Girschik

 

Über die Rüsselsheimer Niederlassung der GFFB gGmbH, die frühere "Gemeinnützige Frankfurter Frauenbeschäftigung", werden im Auftrag der Arge zur Zeit im Norden des Kreises Groß-Gerau Hartz IV-Empfänger in "Zusatzjobs" unter anderem in Schulen eingesetzt. Drei Frauen arbeiten im Zuge dieses Programms als "Schulassistenten" auch an der Albrecht-Dürer-Schule.

 

Lehrer ersetzen sie dort allerdings nicht. Sie betreuen vielmehr die Schüler bei den Hausaufgaben, am Mittagstisch und sogar im Unterricht und fahren auch bei Klassenfahrten mit. Und das zur bisher allseits großen Zufriedenheit, wie der Leiter der Albrecht-Dürer-Schule, Gerd Stüber-Fehr, bei einer Pressekonferenz dort zu Wochenbeginn mit Vertreterinnen von Arge und GFFB betonte. Zwei der Kräfte seien bereits seit Jahresanfang an der Schule aktiv, eine dritte seit Beginn des Schuljahres. Zwei der drei Frauen seien marokkanischer Herkunft. Das sei ein großer Vorteil angesichts der Schüler mit eben jenen Wurzeln dort. Insgesamt kann die GFFB für den Nordkreis 110 Hartz-IV-Empfängern solche Zusatzjobs anbieten. 77 davon, so die GFFB-Projektleiterin in Rüsselsheim, Anne Scherer, seien derzeit besetzt.


30 Stunden die Woche arbeiten die Zusatzjobber maximal ein Jahr lang und bekommen dafür 1,50 Euro die Stunde plus Fahrkosten - zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld Zwei, erklärte Arge-Repräsentantin Claudia Görisch-Muschert. Gedacht sei die Maßnahme als Hilfe für die Arbeitslosen auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt. Deren Rückmeldungen unterstrichen, dass die Zusatzjobs ihnen auch Tagesstruktur sowie während der Arbeitslosigkeit verlorenes Selbstbewusstsein zurück brächten. Eingesetzt werden die Zusatzjobber auch in Vereinen, Kliniken und Altenheimen.


Etwa zehn von ihnen jobbten laut Anne Scherer derzeit im GPR-Klinikum. Pflegerische Aufgaben dürften sie aber keine übernehmen. Sie seien dort für Hol- und Bring-Dienste verantwortlich und lesen den Patienten auch schon mal aus einem Buch vor; übernahmen dort also all das, was Pflegekräfte heute in Kliniken und Heimen aufgrund ihrer enormen Arbeitsbelastung nicht leisten könnten.


An Schulen im Nordkreis seien zur Zeit 28 der "in hohem Maße gefragten" Zusatzjobber eingesetzt. Rund 30 Prozent wechselten im Zuge dieses Programms bisher in Arbeit. Genommen würde freilich nicht jeder. Man habe sich die Interessentinnen für Schulassistenz an seiner Schule zunächst sehr genau angesehen und sie erst einmal zur Probe in die Albrecht-Dürer-Schule eingeladen, berichtete Schulleiter Gerd Stüber-Fehr. Und dabei wählte man bisher wohl die Richtigen. "Ich habe gute Erfahrungen gemacht", sagte Dürer-Lehrerin Jutta Breitlow-Poller, die mit einer der Zusatzjobberinnen in ihrem Unterricht zusammen arbeitet.


 

Zusatzjobs:
Im Nordkreis des Kreises Groß-Gerau können derzeit 110 Hartz-IV-Empfängern solche Zusatzjobs angeboten werden.
• Derzeit sind nach Angaben der GFFB-Projektleiterin 77 Stellen besetzt.
• Maximal 30 Stunden die Woche arbeiten die Zusatzjobber für 1,50 Euro Stundenlohn.

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