28.01.2009; Frankfurter Neue Presse
Stadtteilbüro in Eckenheim macht dicht
Die GFFB bündelt Beratungsangebote aus Platzgründen im Gallus
Eckenheim. Ihr Stadtteilbüro in Fechenheim hat die Gemeinnützige Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft (GFFB) schon geschlossen, Ende März wird auch das Büro in Eckenheim seinen Laden dichtmachen. In Zukunft wird es für Arbeitslose, die sich um einen Beruf bemühen wollen, im Stadtteil keine Anlaufstelle mehr geben.
Als Annemie Pauli vor drei Jahren die Leitung des damals neuen Stadtteilbüros übernahm, wollte sie sich vor allem um Hartz-IV-Empfänger kümmern. Frau Pauli und ihre Mitarbeiter ermöglichten vielen von ihnen den Einstieg ins Berufsleben.
Die Arbeit strahlte stark in den Stadtteil aus: Die Arbeitslosen wurden nämlich in Projektgruppen untergebracht, die für die Organisation von Festen in der Umgebung verantwortlich waren.
Im Oktober 2008 halfen Hartz-IV-Empfänger beim Gemeindefest der Preungesheimer Kreuzgemeinde mit. Und auch ein großes, von der GFFB veranstaltetes Nachbarschaftsfest stellten sie auf die Beine. Die Teilnehmer der Projekte berieten die Veranstalter von Festen, entwarfen Plakate und packten beim Auf- und Abbau mit an. Dass sie dabei mit vielen Menschen aus dem Stadtteil in Kontakt kamen, war ganz im Sinne der GFFB.
"Oft haben wir im Monat drei Veranstaltungen geplant; das werden wir auch weiterhin tun", sagt Annemie Pauli. Geschehen wird das jedoch nicht mehr in Eckenheim, sondern im Gallus, wo mehrere Angebote, darunter die "Arbeitsangelegenheiten", gebündelt werden sollen.
Weil die Projekte in Eckenheim in den drei Jahren seit der Gründung des Stadtteilbüros immer mehr Zulauf bekommen hätten, sei der Platz knapp geworden, sagt Frau Pauli. Die Räume in der Eckenheimer Landstraße seien für 20 Teilnehmer zu klein. "Im Gallus haben wir doppelt so viel Platz. Die Räume in der Mainzer Landstraße 351 werden gerade saniert. Der große Besprechungsraum mit Computern ist schon fertig."
Die GFFB ist dabei, ihre Eingliederungsprojekte völlig neu zu organisieren. Statt mehrere Stadtteilbüros für unterschiedliche Berufsgruppen zu unterhalten, will sie künftig stadtweit und "berufsfeldorientiert" arbeiten.
Annemie Pauli wird ab dem 1. April im Gallusviertel das GFFB-Projekt "Stadtentwicklung und Kulturarbeit" betreuen. Sie wird weiterhin Feste organisieren, im Schwerpunkt Kulturarbeit, aber auch Kleinkünstler betreuen. "Frankfurt bemüht sich um ein Image als Kulturstadt, doch viele Kleinkünstler können sich daran aus Geldmangel nicht beteiligen", sagt Frau Pauli. Sie will eine Künstlerdatei erstellen und Auftritte an Kleinkünstler vermitteln.
Den kostenlosen Einkaufsservice für Senioren soll es auch künftig geben. Bereits im September hat Catherina Lang die Koordination übernommen. Ihre Telefonnummer lautet 97 77 255.
Gefördert werden die Projektteilnehmer vom Rhein-Main Job-Center. Zwölf Monate bleiben Frau Pauli und ihren Kollegen, um sie für einen Job fit zu machen. "Das GFFB hat eine Vermittlungsquote von etwa 25 Prozent", sagt Frau Pauli. "Unsere in Eckenhcim lag etwas darüber." (hau)