Praunheim/Hausen. Während alle anderen Appelle an Politik und Einzelhandel richteten, kann der gemeinnützige Verein GFFB den Bewohnern von Praunheim und Westhausen Taten anbieten: Weil es in den Stadtteilen nach der Schließung des Plus-Marktes in der Heinrich-Lübke-Siedlung keine Lebensmittelgeschäfte mehr gibt, bietet die GFFB nun auch dort ihren Einkauf-Service an.
Bisher bot die gemeinnützige GFFB, eine Beschäftigungsgesellschaft, die sich um die Fortbildung von Langzeitarbeitslosen kümmert, ihren Einkaufs- und Begleitservice für Senioren in Bockenheim und Eckenheim an. Ab sofort stellt sie diesen Service auch in anderen Stadtteilen – darunter Westhausen und Praunheim – zur Verfügung. Er funktioniert einfach: Senioren (über 65) aus der Lübke-Siedlung oder Westhausen melden sich in der GFFB-Zentrale und «bestellen» einen Helfer. Der geht entweder mit dem Einkaufszettel der Praunheimerin oder des Westhauseners los und erledigt alle Besorgungen oder er begleitet den Senior auf seiner Tour zur Apotheke, zum Azrt, zum Bäcker und in den Supermarkt. Das Angebot ist kostenlos.
Während die GFFB andere Nachbarschaftsdienste, die sie bisher in ihrem Stadtteilbüro in Eckenheim anbot, gerade eingestellt hat(wir berichteten), will sie ihren Service für Senioren ausweiten. Es gäbe in Frankfurt immer mehr Senioren, die Begleitung bei Einkäufen, Arztbesuchen, Behördengängen und anderen Unternehmungen des täglichen Lebens bräuchten.
Sich um die Bewohner in den nordwestlichen Stadtteilen zu kümmern, wird den Mitarbeitern der GFFB in Zukunft besonders leicht fallen. Denn die Gesellschaft hat ihre Zentrale im Industriehof, an der Elbinger Straße 7 vergrößert. «Dadurch können wir auch so schnell und spontan auf die Einkaufsmisere in Praunheim und Westhausen reagieren», sagen Catharina Lang und Silvia Schulz-Müller, die das Projekt betreuen. «Ein Anruf genügt – die Hilfe kommt schnell, unkompliziert und kostenlos.»
Dass Langzeitarbeitslose im Einkauf- und Begleitservice eingesetzt werden, wird von der Stadt Frankfurt am Main, den Sozialrathäusern und dem Rhein-Main-Jobcenter seit Jahren unterstützt, nicht nur die GFFB bietet solche Projekte an. An dieser Stelle helfen sich Menschen gegenseitig: Diejenigen, die auf dem Arbeitsmarkt keinen Platz finden, können wichtige Aufgaben übernehmen und die Senioren, die Hilfe brauchen, finden jemanden, an den sie sich wenden können.
Ein vollwertiger Ersatz für den Supermarkt um die Ecke ist dieses Angebot natürlich nicht. Nach wie vor ist die ABG als Eigentümerin des kleinen Zentrums bemüht, das nun leere Ladenlokal wieder zu vermieten. Doch die Ladengröße ist kaum gefragt.
Wer sich für den Einkauf-Service der GFFB interessiert, kann in die Elbinger Straße 7 kommen oder sich telefonisch unter 97 77 62 55 wenden. Die Servicestelle ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr und am Freitag von 9 bis 14 Uhr besetzt
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