Das bisschen Haushalt…? - Herausforderungen an Sorgearbeit im Kontext demografischer Wandlungsprozesse

Save the date: Fachveranstaltung am 23.05.2017 in Frankfurt am Main

 

Die adäquate Versorgung von Personen mit Unterstützungsbedarf ist eine wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft, denn die hauswirtschaftliche Versorgungssicherheit spielt eine bedeutende Rolle in der Alltagsgestaltung von Familien, älteren Menschen und auch in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Tritt eine akute Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds auf, muss oftmals sehr kurzfristig eine pflegerische Betreuung organisiert werden. In vielen Fällen wird dann eine Person aus dem osteuropäischen Raum gesucht, die für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der pflegebedürftigen Person zuständig ist und ihrerseits ihre Familie zurücklässt, was eine enorme Belastung für die Pflegekraft und ihre Familie im Heimatland darstellt.

 

Die geringe Wertschätzung von Sorgearbeit, die gesellschaftliche Akzeptanz von sozial nicht abgesicherter Arbeit im Haushalt sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Schwarzarbeit in diesem Sektor verhindern eine Professionalisierung und Qualitätssicherung im Bereich der hauswirtschaftlichen Unterstützung. Pflegende Angehörige, zumeist Frauen, sind durch sozial nicht abgesicherte Sorgearbeit nachhaltig in ihrer Existenz bedroht, deshalb muss über Modelle diskutiert werden, wie qualifizierte haushaltsnahe Dienstleistungen angeboten, bezogen und finanziert werden können, damit sozialversicherungspflichtige und existenzsichernde Beschäftigung entsteht.

 

Auch in Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen sichern hauswirtschaftliche Fachkräfte die Versorgung und Betreuung von Personen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Kund(-inn)en. Eine aktuelle Diskussion um die Neuordnung des Berufsbildes soll den veränderten Anforderungen Rechnung tragen. Problematisch ist hier die schwierige und komplexe Struktur der zuständigen Stellen für die Ausbildung in den einzelnen Bundesländern.

 

Die GFFB richtet am 23.05.2017 von 10:00 bis 17:00 Uhr in den Räumen der Goethe Universität Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen" der Justus- Liebig- Universität Gießen eine Fachveranstaltung zu diesem Themenfeld mit Expert(inn)en aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung aus. Dort soll über die Novellierung des Berufsbildes Hauswirtschafter/-in sowie die geringe Wertschätzung der Sorgearbeit, deren gesellschaftliche Folgen und mögliche Lösungen diskutiert werden.

 

Der Kongress richtet sich an Fachkräfte sowie Expert(inn)en der Hauswirtschaft und Pflege, Vertreter/-innen der Kranken- und Pflegekassen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter/-innen, Ausbildungsverantwortliche und alle an den Themen Interessierte.

GFFB            Kompetenzzentrum PQHD Final Files 07082013 Zuschnitt

 

 

Diese Veranstaltung wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Hessen gefördert.

 

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