Digitale Handlungskompetenz und Zukunftsperspektiven von
Frauen in Coronazeiten

Die GFFB und das Zentrum für Weiterbildung verwirklichen mit “digitalwomen” ein gemeinsames, interkommunales Frauenprojekt.

Mit rund 110 Plätzen in Frankfurt am Main und an den Standorten Darmstadt, Dieburg und Rüsselsheim ist das zentrale Ziel die Förderung der digitalen Kompetenzen von Frauen in Verbindung mit berufsqualifizierender Sprachförderung und sozialpädagogischer Begleitung.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich hauptsächlich an Frauen mit Migrationshintergrund, die

  • gering qualifiziert
  • erwerbslos und/oder
  • Berufsrückkehrer*innen sind

Voraussetzung für die Teilnahme sind deutsche Sprachkenntnisse auf der Niveaustufe B1.

Im Rahmen des Projektes können die Teilnehmerinnen:

  • digitale Handlungskompetenzen erwerben
  • ihre Resilienz und Stressbewältigung im Umgang mit der gegenwärtigen Lebenssituation stärken
  • ihre fachsprachliche Kompetenz erweitern, z. B. im Hinblick auf Bewerbungsprozesse sowie in den Lernfeldern Digitalisierung und Arbeitsschutz
  • ergänzende berufsqualifizierende Sprachförderung genießen
  • eine individuelle berufliche Anschlussperspektive entwickeln
  • ihre Selbstverantwortung stärken

Ein niedrigschwelliges Angebot

Aufgrund des interkommunalen Ansatzes ist das hybride Lernangebot der GFFB und des Zentrums für Weiterbildung an dem individuellen Förderbedarf orientiert und flexibel mit den folgenden Schwerpunkten aufgebaut:

Digitale Kompetenzentwicklung erfolgt in den folgenden Einzelbereichen (basierend auf dem Europäischen Referenzrahmen Dig.Comp 2.1):

  1. Digitale Grundlagen
  2. Information
  3. Kommunikation
  4. Kreation digitaler Inhalte
  5. Sicherheit
  6. Problemlösung

Berufsqualifizierende Sprachförderung ergänzt das Lernangebot mit ihrem integrierten Ansatz. Die enge Zusammenarbeit zwischen Sprachlehrkräften und Digi-Coaches, sprachsensibel gestaltete Lernmaterialien sichern das bestmögliche Verständnis von digitalen Inhalten

Berufliche (Neu-)Orientierung wird durch Vermittlung branchenspezifischer Kenntnisse unterstützt

Die Teilnahme am Projekt ermöglicht den Erwerb des Zertifikats „Digitale Grundkompetenzen“.

Co-Working, Kinderbetreuung, analoge & virtuelle Räume

Gruppen-und Einzelcoachings, Workshops, Infoveranstaltungen finden sowohl in Präsenz als auch online statt. Unsere digitale Lernplattform mit virtuellen Kommunikationsräumen bietet die Möglichkeit für das selbstgesteuerte Lernen und die Vernetzung der Teilnehmer*innen.

An den Standorten werden Co-Working-Räume zur Verfügung gestellt. In Frankfurt und Darmstadt mit einem Kinderbetreuungsangebot.

Projektleitung
Projektkoordination
Informationen für interessierte Frauen

Ausgangssituation

Beeinflussung des Arbeitsmarktes durch die Corona-Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Arbeitslosenquoten bundesweit deutlich angestiegen. Wie in vielen anderen Regionen sind auch im Rhein-Main-Gebiet und Hessen-Süd einige Branchen besonders stark von Covid-19 betroffen. Hierzu zählen das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Touristikbranche, der lokale und der Außenhandel, der gesamte Veranstaltungsbereich, die Bereiche Kultur und Kunst, Logistikunternehmen rund um den Airport und die Messe Frankfurt, aber auch Bildungsanbieter*innen, die mit Wirtschaftsunternehmen kooperieren und viele Solo-Selbständige und Minijobber*innen.

Mit der aktuellen Krise sind auch Kurzarbeit, Betriebsschließungen und das Wegbrechen von Aufträgen bei Freiberufler*innen verbunden. Hiermit ist insbesondere zu Beginn des Jahres 2021 zu rechnen. Für viele Menschen bedeutet es eine starke Existenzunsicherheit, verbunden mit Zukunftsängsten.

Für Arbeitsbereiche im primären Dienstleistungssektor ist das Home-Office meist keine Alternative. Auch verfügen viele (langzeiterwerbslose) Menschen und geflüchtete Frauen in ihrem privaten Umfeld nicht über die geeigneten Rahmenbedingungen, um ungestört und in Ruhe zu lernen oder zu arbeiten. Dies schafft neue Bedarfe für Arbeits- und Lernräume in sogenannten Co-Working oder Co-Learning Spaces.

Frauen als Betroffene der Corona Pandemie

Gerade Frauen in all ihrer Vielfalt sind von der Corona-Pandemie beruflich und in ihrem privaten Umfeld besonders stark betroffen. Homeschooling und Home-Office führen zu vielfältigen Doppelbelastungen. Durch die in den letzten Monaten verstärkte Arbeit im digitalen Raum entstehen neue Anforderungen. Auch durch die Globalisierungsprozesse gewinnt der digitale Wandel zunehmend an Bedeutung. Frauen sind auch hier besonders betroffen, da viele von ihnen in Arbeitsbereichen tätig sind oder waren, in denen bislang der Einsatz neuer Technologien noch nicht so ausgeprägt war.

Digitale Kompetenz ist als vierte Grundkompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen in immer höherem Maße eine Voraussetzung für die Teilnahme an Bildungs- und Arbeitsangeboten. So kommt dem Erwerb digitaler aber auch sprachlicher Kompetenzen eine ständig wachsende Bedeutung zu.

Soziale Teilhabe muss während der Corona-Pandemie gezielt gesichert werden. Durch die verstärkte Isolation in einem eingeschränkten privaten Umfeld und das Absterben sozialer Räume haben viele Frauen diese Möglichkeit der gleichberechtigten Teilhabe nicht mehr. Die Corona-Krise verstärkt eine Spreizung der Teilhabechancen. 

Insbesondere für (alleinerziehende) Frauen verstärkt sich dadurch auch der emotionale Stress. Digitale Kompetenzen sind neben den beruflichen Anforderungen auch im privaten Umfeld notwendig, um Kindern zumindest den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Die Corona-Krise hat eine drastische Auswirkung auf bildungsferne Familien mit fehlenden technischen Hilfsmitteln. Auf allen Ebenen verstärkt sich derzeit die Benachteiligung und führt zu einer Re-Traditionalisierung in den familiären Strukturen.

Über uns

Die GFFB gGmbH wurde im Jahr 1994 als gemeinnützige Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft gegründet. Das Sozialunternehmen hatte von Beginn an die Stärkung und Potenzialentwicklung von Frauen und deren berufliche Integration zum Ziel. Heute betreut die GFFB täglich über 350 Teilnehmer*innen in unterschiedlichen Bereichen der beruflichen Aktivierung, Qualifizierung und im Coaching und setzt zahlreiche sozialräumliche Projekte um. Alle (Teilzeit-) Angebote orientieren sich an der Lebenssituation von Frauen/Familien mit Kindern.

Die GFFB hat mit dem durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdown im März 2020 unmittelbar auf virtuelle und später hybride Angebotsformen umgestellt und verfügt bereits über mehrjährige Erfahrung in der Vermittlung digitaler Kompetenzen und über eine eigene e-Learning-Plattform.
Zudem ist es ein Arbeitsgebiet mit kontinuierlich wachsendem Fachkräftebedarf.

Mit dem Ansatz eines berufsqualifizierenden Spracherwerbs ist die GFFB eine in Deutschland führende Organisation und wurde für dieses Engagement im Jahr 2017 auch mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Das Zentrum für Weiterbildung (ZfW) als Kooperationspartnerin gründete eine der ersten Frauen-Computerschulen in Deutschland und setzte mit dem Projekt „Equal-IT-y in the information society“ ein regionales Programm zur Förderung von Frauen in informationstechnischen Arbeitsbereichen im Rahmen des ESF-Förderprogramms EQUAL um. Das ZfW verfügt zudem über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Qualifizierung von Frauen und betreut an den verschiedenen Standorten insgesamt täglich rund 470 Teilnehmer*innen.

Kooperationspartner*innen

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Jobcentern und Betrieben sowie mit Weiterbildungsberatungsstellen umgesetzt. 

In enger Kooperation mit dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt werden das Kinderbetreuungsangebot in Frankfurt sowie ein Co-Learning Space realisiert.

Weitere Kooperationspartner*innen sind:

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie finanziert.