Digitale Handlungskompetenz und Zukunftsperspektiven von
Frauen in Coronazeiten

Die GFFB und das Zentrum für Weiterbildung verwirklichen mit “digitalwomen” ein gemeinsames, interkommunales Frauenprojekt.

Mit rund 100 Plätzen in Frankfurt am Main und in Südhessen an den Standorten Darmstadt, Dieburg und Rüsselsheim ist das zentrale Ziel die Förderung der digitalen Kompetenzen in Verbindung mit einer beruflichen Perspektivplanung.

Aufgrund des interkommunalen Ansatzes ist das Angebot der GFFB und des Zentrum für Weiterbildung flexibel aufgebaut, virtuell und in Präsenz, und an dem individuellen Förderbedarf der jeweiligen Zielgruppe von Frauen orientieren.

Zu den Zielgruppen zählen:

  • Von Erwerbslosigkeit bedrohte Frauen in Kurzarbeit und Minijobs, Solo-Selbstständige und Frauen mit ergänzendem Sozialhilfebezug mit und ohne Sprachförderbedarf.
  • Gering qualifizierte erwerbslose Frauen mit und ohne Zuwanderungshintergrund, mit und ohne Sprachförderbedarf.
  • Geflüchtete Frauen mit guter Bleibeperspektive.
  • Berufsrückkehrerinnen
  • Frauen im ländlichen Raum

Im Rahmen des Projektes können die Teilnehmerinnen:

  • digitale Handlungskompetenzen erwerben
  • ihre Resilienz und Stressbewältigung im Umgang mit der gegenwärtigen Lebenssituation stärken
  • ihre fachsprachliche Kompetenz erweitern, z. B. im Hinblick auf Bewerbungsprozesse sowie in den Lernfeldern Digitalisierung und Arbeitsschutz
  • ergänzende berufsqualifizierende Sprachförderung genießen
  • eine individuelle berufliche Anschlussperspektive entwickeln
  • ihre Selbstverantwortung stärken
Projektleitung
Projektkoordinatorin

Ausgangssituation

Beeinflussung des Arbeitsmarktes durch die Corona-Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Arbeitslosenquoten bundesweit deutlich angestiegen. Wie in vielen anderen Regionen sind auch im Rhein-Main-Gebiet und Hessen-Süd einige Branchen besonders stark von Covid-19 betroffen. Hierzu zählen das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Touristikbranche, der lokale und der Außenhandel, der gesamte Veranstaltungsbereich, die Bereiche Kultur und Kunst, Logistikunternehmen rund um den Airport und die Messe Frankfurt, aber auch Bildungsanbieter*innen, die mit Wirtschaftsunternehmen kooperieren und viele Solo-Selbständige und Minijobber*innen.

Mit der aktuellen Krise sind auch Kurzarbeit, Betriebsschließungen und das Wegbrechen von Aufträgen bei Freiberufler*innen verbunden. Hiermit ist insbesondere zu Beginn des Jahres 2021 zu rechnen. Für viele Menschen bedeutet es eine starke Existenzunsicherheit, verbunden mit Zukunftsängsten.

Für Arbeitsbereiche im primären Dienstleistungssektor ist das Home-Office meist keine Alternative. Auch verfügen viele (langzeiterwerbslose) Menschen und geflüchtete Frauen in ihrem privaten Umfeld nicht über die geeigneten Rahmenbedingungen, um ungestört und in Ruhe zu lernen oder zu arbeiten. Dies schafft neue Bedarfe für Arbeits- und Lernräume in sogenannten Co-Working oder Co-Learning Spaces.

Frauen als Betroffene der Corona Pandemie

Gerade Frauen in all ihrer Vielfalt sind von der Corona-Pandemie beruflich und in ihrem privaten Umfeld besonders stark betroffen. Homeschooling und Home-Office führen zu vielfältigen Doppelbelastungen. Durch die in den letzten Monaten verstärkte Arbeit im digitalen Raum entstehen neue Anforderungen. Auch durch die Globalisierungsprozesse gewinnt der digitale Wandel zunehmend an Bedeutung. Frauen sind auch hier besonders betroffen, da viele von ihnen in Arbeitsbereichen tätig sind oder waren, in denen bislang der Einsatz neuer Technologien noch nicht so ausgeprägt war.

Digitale Kompetenz ist als vierte Grundkompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen in immer höherem Maße eine Voraussetzung für die Teilnahme an Bildungs- und Arbeitsangeboten. So kommt dem Erwerb digitaler aber auch sprachlicher Kompetenzen eine ständig wachsende Bedeutung zu.

Soziale Teilhabe muss während der Corona-Pandemie gezielt gesichert werden. Durch die verstärkte Isolation in einem eingeschränkten privaten Umfeld und das Absterben sozialer Räume haben viele Frauen diese Möglichkeit der gleichberechtigten Teilhabe nicht mehr. Die Corona-Krise verstärkt eine Spreizung der Teilhabechancen. 

Insbesondere für (alleinerziehende) Frauen verstärkt sich dadurch auch der emotionale Stress. Digitale Kompetenzen sind neben den beruflichen Anforderungen auch im privaten Umfeld notwendig, um Kindern zumindest den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Die Corona-Krise hat eine drastische Auswirkung auf bildungsferne Familien mit fehlenden technischen Hilfsmitteln. Auf allen Ebenen verstärkt sich derzeit die Benachteiligung und führt zu einer Re-Traditionalisierung in den familiären Strukturen.

Projekt "digitalwomen"

Aufbau des Projektes

Das Projekt findet für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 statt. Neben Online-Veranstaltungen mit branchenspezifischen Informationen sollen zur Stärkung der digitalen Kompetenz virtuelle e-Learning- und Kommunikationsräume entstehen. In Frankfurt und Darmstadt werden Co-Learning-Spaces mit einem Kinderbetreuungsangebot zur Verfügung gestellt.

Neben einem Schulungskonzept zur Vermittlung digitaler Handlungskompetenzen werden auch Materialien zum Arbeitsschutz in der Corona-Pandemie im virtuellen Raum erstellt und in unterschiedlichen Szenarien umgesetzt. Bei zugewanderten Frauen mit Sprachförderbedarf werden die angebotenen Themen durch eine integrierte Sprachförderung ergänzt.

Zentrales Ziel ist dabei die Förderung der digitalen Kompetenzen in Verbindung mit einer beruflichen Perspektivplanung.

Anlaufstelle für interessierte Frauen ist unsere Projektwebsite.

Über uns

Die GFFB gGmbH wurde im Jahr 1994 als gemeinnützige Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft gegründet. Das Sozialunternehmen hatte von Beginn an die Stärkung und Potenzialentwicklung von Frauen und deren berufliche Integration zum Ziel. Heute betreut die GFFB täglich über 350 Teilnehmer*innen in unterschiedlichen Bereichen der beruflichen Aktivierung, Qualifizierung und im Coaching und setzt zahlreiche sozialräumliche Projekte um. Alle (Teilzeit-) Angebote orientieren sich an der Lebenssituation von Frauen/Familien mit Kindern.

Die GFFB hat mit dem durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdown im März 2020 unmittelbar auf virtuelle und später hybride Angebotsformen umgestellt und verfügt bereits über mehrjährige Erfahrung in der Vermittlung digitaler Kompetenzen und über eine eigene e-Learning-Plattform.
Zudem ist es ein Arbeitsgebiet mit kontinuierlich wachsendem Fachkräftebedarf.

Mit dem Ansatz eines berufsqualifizierenden Spracherwerbs ist die GFFB eine in Deutschland führende Organisation und wurde für dieses Engagement im Jahr 2017 auch mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Das Zentrum für Weiterbildung (ZfW) als Kooperationspartnerin gründete eine der ersten Frauen-Computerschulen in Deutschland und setzte mit dem Projekt „Equal-IT-y in the information society“ ein regionales Programm zur Förderung von Frauen in informationstechnischen Arbeitsbereichen im Rahmen des ESF-Förderprogramms EQUAL um. Das ZfW verfügt zudem über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Qualifizierung von Frauen und betreut an den verschiedenen Standorten insgesamt täglich rund 470 Teilnehmer*innen.

Kooperationspartner*innen

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Jobcentern und Betrieben sowie mit Weiterbildungsberatungsstellen umgesetzt. 

In enger Kooperation mit dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt werden das Kinderbetreuungsangebot in Frankfurt sowie ein Co-Learning Space realisiert.

Weitere Kooperationspartner*innen sind:

Förderung des Projektes

Das Projekt wird gefördert vom