Berufsintegrierte Sprachförderung

Klassische Sprachkurse für Migranten/-innen zielen auf den Aufbau allgemeinsprachlicher Kompetenz und ein bestimmtes Sprachniveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER), jedoch nicht auf die Vermittlung von berufsspezifischen Fachinhalten ab. Daher ist eine berufliche Integration nicht gewährleistet. Das Konzept der berufsintegrierten Sprachförderung verknüpft effektiv Fachlernen und Sprachlernen, motiviert die Teilnehmer/-innen durch einen ressourcenorientierten, nicht defizitär ausgerichteten Ansatz und befördert somit deren fachliche sowie (fach-)sprachliche Handlungskompetenz.

 

Berufsintegrierte Sprachförderung bedeutet, dass eine ausgebildete Sprachförderkraft in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Fachanleitung des jeweiligen Bereichs im Teamteaching arbeitet. Darüber hinaus begleitet die Sprachförderkraft die Teilnehmer/-innen regelmäßig bei deren Arbeitseinsätzen im Rahmen der Praxisbegleitung. Abgerundet wird der Ansatz der berufsintegrierten Sprachförderung durch den Sprachförderunterricht, der das Thema Bildungssprache fokussiert.

 

GFFB bietet aktuell in drei Fachbereichen des Aktivcenters sowie in zwei Modellprojekten mit IHK-Abschluss eine berufsintegrierte Sprachförderung für nichtdeutsche Teilnehmer/-innen mit allgemein-, fach- und/oder bildungssprachlichen Defiziten an. Hierbei werden einerseits berufsbezogene Deutschkenntnisse vermittelt, die sowohl für den Arbeitsprozess als auch für die Kommunikation am Arbeitsplatz relevant sind. Andererseits zielt das Konzept der berufsintegrierten Sprachförderung – insbesondere in unseren berufsabschlussorientierten Projekten – auf den Auf- und Ausbau der bildungssprachlichen Kompetenz ab.

 

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Fachsprache
Vor allem im Rahmen der fachtheoretischen und -praktischen Unterweisung im berufsspezifischen Teamteaching steht neben dem Aufbau der Fachkompetenz die Vermittlung der Fachsprache im Vordergrund: Die Sprachförderkraft unterstützt die Fachanleitung dabei, die für das Berufsfeld relevanten Redemittel sprachsensibel zu vermitteln, damit die Teilnehmer/-innen diese sowohl rezeptiv als auch produktiv beherrschen.

 

Bildungssprache
Während der Aufbau der fachlichen sowie fachsprachlichen Kompetenz in der fachtheoretischen sowie -praktischen Unterweisung fokussiert wird, stellt die Bildungssprache das zentrale Thema des Sprachförderunterrichts dar. Während Jugendliche mit dem Durchlaufen der Sekundarstufe I bzw. II an bildungssprachliche Strukturen herangeführt werden und somit im besten Fall eine erste bildungssprachliche Kompetenz entwickeln, kann das Thema Bildungssprache von Integrationskursen nicht abgedeckt werden, sodass unsere Teilnehmer/-innen in diesem Bereich meist sehr große Defizite aufweisen. Bildungssprache findet sich vor allem in Fachtexten und zeichnet sich durch eine sehr verdichtete Form und abstrakte Formulierungen aus, die komplexe Informationen transportieren sollen. Typische bildungssprachliche Strukturen sind z. B. Nominalisierungen, Komposita, Passivkonstruktionen, Partizipialattribute, Präpositionaladverbiale, hypotaktischer Satzbau etc.

 

 

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